Aufgepasst / uffgebasst

In der Kirchenzeitung September – November 2021 darf Frau Dr. Popp Werbung machen.

Nein, nicht kostenlos – der Steuerzahler der ärmsten Gemeinde des Kreises finanziert diese Werbung indirekt, indem von den 2019 geschätzten Umbaukosten der evang. Kita von 672.000 € die Kirchengemeinde lediglich 72.000 € zu zahlen bereit ist (10.71 %) und der Rest als freiwillige Aufgabe von der Gemeinde gezahlt wird. In Maxdorf übernimmt die Gemeinde bei Baumaßnahmen an kirchlichen Kindergärten nur 65 % und 35 % zahlt die Kirche.

Viel schlimmer wäre es gekommen, wenn der Herzenswunsch von Frau Dr. Popp, der CDU und dem früheren Pfarrer mit dem „Mehrgenerationenhaus“ erfüllt worden wäre. Die damalige Schätzung eines Diakoniemitarbeiters betrug ca. 4,5 Mio. € und Herr Pfarrer gab immer nur die Auskunft, die Kirche wolle sich „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ beteiligen. 72.000 € von 4,5 Mio. € sind 1,6 % der Gesamtkosten.

Dieses finanzielle Fiasko für die Gemeinde konnte die FWG nur durch ihre Sammlung von 447 Unterschriften wahlberechtigter Bürger für ein Bürgerbegehen verhindern. Mir wurde danach in einer gemeinsamen Veranstaltung der Evang. Kirche und der CDU von einem Presbyter mit Schadenersatzklage gedroht, wenn Bürger aus Birkenheide nun aus der Kirche austreten. Dieser Presbyter wohnt nicht mehr in Birkenheide und muss sich an der Finanzierung nicht beteiligen.

Aber bei so großzügigen Steuergeschenken der CDU-Mehrheit an die evang. Kirche wird natürlich Frau Dr. Popp in der Kirchenzeitung unterstützt.

Warum verlangen die Kirchen ihre ausfallende finanzielle Eigenbeteiligung an Kindergärten nicht von Bund und Land und setzen nur die Kommunen unter Druck? Weil die Gemeinden und unsere Steuerzahler die Schwächsten sind und bei den Politischen Parteien in Bund und Land keine Lobby haben. Unseren Vorschlag, den evang. Kindergarten mit dem vorhandenen Personal von der Kommune zu betreiben, wurde von CDU, dem damaligen Pfarrer und dem Prebyterium abgelehnt.

Dies hätte aber bedeutet, dass ohne jede Änderung in der Kita die Kirche keine Personalkosten, Birkenheide 12,5 % der Personalkosten und der Rest von Land und Kreis getragen werden. Aber durch die CDU zahlt die Kirche nun nichts, Birkenheide 22,5 %, Land und Kreis den Rest.

Nach wie vor sind wir der Meinung, dass Gemeinderäte zu allererst die Interessen der Bürger und Steuerzahler vertreten müssen.